Beratung und Begleitung

Die fa:rp berät zu pädagogischen Interventionen und Präventionsmaßnahmen im Umgang mit rechtsextremen Phänomenen. Mitarbeiter*innen der Fachstelle beraten per Telefon oder E-Mail und verweisen an andere geeignete Stellen auf örtlicher, Landes- und Bundesebene. Bei Bedarf können mögliche Handlungsschritte besprochen, Materialien empfohlen und weitergeleitet werden oder eine Beratung zu geeigneten Zugängen der Prävention und Intervention stattfinden. Zudem können natürlich auch Präventions- und Distanzierungsangebote von Cultures Interactive e.V. gebucht werden. Eine Übersicht über bundesweite Präventionsangebote finden Sie ebenfalls im Infoportal Rechtsextremismusprävention des Kompetenznetzwerks.

Weiterbildungen

Wir bieten verschiedene Weiterbildungen für (angehende) pädagogische Fachkräfte an. Unter anderem zur Rechtsextremismusprävention, zum Umgang mit rechtsextrem orientierten Jugendlichen, zur Distanzierungsarbeit oder zu jugendkultureller politischer Bildung. Format, Dauer sowie Inhalte stimmen wir mit Ihnen und Ihrer Einrichtung bedarfsgerecht ab. Um eine höchstmögliche Einbindung aller Teilnehmenden zu gewährleisten, führen wir unsere Bildungsmaßnahmen stets prozessorientiert durch. Alle Fortbildungen im Überblick können Sie auf der cultures interactive Website einsehen.

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Basisschulung Rechtsextremismusprävention

Mit welchen Phänomenen haben wir es zu tun? Wie sind Bezeichnungen wie Neue Rechte, extreme Rechte, Rechtspopulismus oder Rechtsextremismus einzuschätzen? Mit welchen Themen sprechen rechtsextreme Gruppierungen Menschen besonders an? Welche persönlichen oder biografischen Faktoren befördern eine Hinwendung zu rechtsextremen Gruppierungen und Denkweisen? Wie verlaufen Radikalisierungsprozesse und welche Rollen spielen dabei Genderaspekte und das persönliche Umfeld?

Die Basisschulung Rechtsextremismusprävention führt Berufseinsteiger*innen und weitere Interessierte aus Jugend(sozial)- und Präventionsarbeit grundlegend in den Phänomenbereich Rechtsextremismus, in Hinwendungs- und Radikalisierungsprozesse sowie in Präventionsansätze ein. Die Schulung ist eintägig und kann bei Bedarf auch als Online-Fortbildung stattfinden.

Modulare Fortbildung: Handlungskompetenzen im Umgang mit rechtsorientierten/gefährdeten Jugendlichen

Was können Jugend(sozial)arbeiter*innen tun, wenn sie mit rechtsextremen Phänomenen konfrontiert sind? Die modulare Fortbildung vermittelt anhand eines Interventionsplans aufeinander aufbauende Handlungsschritte, um selbstständig Situationen erkennen und einschätzen zu können, sich die nötige Unterstützung zu holen und pädagogische Präventions- wie Interventionsmaßnahmen anbieten zu können. Dazu werden Erkenntnisse zu Rechtsextremismus, zu Hinwendungs- und Distanzierungsprozessen, Übungen zur Reflektion der eigenen Haltung, zu Gesprächsführungsstrategien, Selbstevaluations-Tools und vieles mehr vorgestellt.

Die Fortbildung richtet sich an Fachkräfte aus Schule, Jugendarbeit, Jugendhilfe, Jugendsozialarbeit und Studierende und ist auf fünf Module à zwei Tage angelegt. Nach Bedarf kann sie vor Ort und in verkürzter Form durchgeführt werden. Sie wurde mit dem „PHINEO-Wirkt“-Siegel ausgezeichnet.

Die Module

Modul 1: Erkennen. Wahrnehmen und Einordnen demokratie- und menschenfeindlicher sowie extrem rechter Erscheinungsformen (Interventionsplan Stufe 1)

Im ersten Modul findet einführend eine inhaltliche Auseinander­setzung mit rechtsex­tremen Erlebniswelten, aktuellen Stilen, Formen der Hass­äußerungen sowie deren jugend­kulturellen Ausdrucks­formen, Codes, Musik­richtungen und Graubereichen dieses Phänomen­bereiches statt. Eine eingehende Beschäftigung damit ist Voraussetzung für die diesbezügliche Präventions­arbeit. Ein zentraler Aspekt ist dabei die Bedeutung von Geschlecht bzw. Geschlechterrollen im Rechtsextremismus. Zudem wird der fünfstufige Interventions­plan vorgestellt und in die modul­begleitende Fallarbeit eingeführt.

Modul 2: Verstehen. Hinwendungs- und Radikalisierungsprozesse analysieren (Interventionsplan Stufe 2)

Inhalt des zweiten Moduls ist die Vermittlung von Hintergrund­wissen zu sozialen, sozial­räumlichen und biografischen Risiko­faktoren sowie subjektiven Beweg­gründen in der Hinwendung von Jugendlichen zum Rechtsextremismus, um persönliche Motivlagen von Jugendlichen aus dem eigenen Arbeits­kontext besser einschätzen zu können. Auch hier wird eine gender­reflektierte Perspektive eingenommen. Unterstützende Arbeitsmaterialien und Methoden für eine Situations­analyse werden angeboten und Techniken einer offen-nachfragenden Gesprächsführung vorgestellt und eingeübt. Dabei werden auch Fragen der eigenen Haltung und Positionierung diskutiert.

Modul 3: Ermöglichen. Persönliche, kollegiale und sozialräumliche Ressourcen als Handlungsgrundlagen (Interventionsplan Stufe 3)

Im dritten Modul geht es darum, Voraus­setzungen zu reflektieren, die für eine effektive Rechtsextremismus­prävention unabdingbar sind. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Reflexion von Herausforderungen und Grenzen der eigenen Arbeit sowie die Stärkung persönlicher Ressourcen und der Aufbau ebenso wie die Entwicklung kollegialer und sozialräumlicher Unterstützungs­möglichkeiten. Die Methode der kollegialen Fallberatung wird vorgestellt und erprobt. Ansätze der Netzwerk-, Ressourcen-, und Sozialraum­orientierung und des Empowerments ergänzen das Methoden­repertoire.

Modul 4: Planen. Handlungsschritte entwickeln und vorbereiten (Interventionsplan Stufe 4)

Nachdem eine tiefere Einschätzung von Heraus­forderungen und Möglich­keiten erfolgt ist, kann nun mit der Planung notwendiger Interventions­maßnahmen und begleitender Präventions­maßnahmen begonnen werden. Inhaltlich werden Ansätze der Präventions-, Distanzierungs- und Ausstiegs­arbeit vorgestellt und diskutiert, welche Maßnahmen mit welchen Jugendlichen bzw. Jugend­gruppen sinnvoll sind. Ergänzt werden juristische Grundlagen zu den Themen der politischen Neutralität, der Meinungs­freiheit sowie strafrechtliche Tatbestände. Anhand von Arbeits­materialien erarbeiten die Teilnehmenden fallbezogen eigene Ziel- und Maßnahmen­pläne sowie Indikatoren, um die Zielerreichung selbst einschätzen zu können.

Modul 5: Umsetzen.  Maßnahmen verwirklichen und Arbeit nachhaltig gestalten (Interventionsplan Stufe 5)

Im letzten Modul wird die Umsetzung von Methoden praktisch eingeübt. Konkrete lebens­weltorientierte Methoden der Präventions­arbeit, insbesondere aus jugend­kultureller, politischer Bildungs- sowie sozial­therapeutischer Arbeit, werden gemeinsam angewendet. Dabei werden Hintergründe zu verschiedenen Jugend­kulturen, Methoden der menschenrechts­orientierten Jugendkultur­arbeit und des Umgangs mit Ungleich­wertigkeits­vorstellungen vertieft vorgestellt. Abschließend stellen die Teilnehmenden eigene Maßnahmen­pläne und Übungs­einheiten für die Arbeit mit Jugend­lichen vor.

Genderbewusste Rechtsextremismusprävention

Voremanzipatorische Rollenbilder von Männlichkeit und Weiblichkeit, Hass auf Frauen*, Antifeminismus oder die Abwertung von LGBTIQ+ sind grundlegend mit Rechtsextremismus verwoben. In diesem praxisorientierten Online-Seminar geht es deswegen um:
· Genderthemen im Rechtsextremismus, die stark auch in die sogenannte „Mitte der Gesellschaft“ hineinwirken.
· Geschlechtsspezifische Rollenangebote („Doing Gender“) in rechtsextremen Szenen und deren mögliche Attraktivität für Mädchen* und Jungen* im Jugendalter.
· Aspekte von Familie und Kindeswohl im Kontext von Rechtsextremismus.
· Davon ausgehend werden pädagogische Ansätze und geeignete Zugänge für eine genderbewusste Prävention vorgestellt. Dort werden wir auch Erfahrungen aus dem Projekt WomEx mit einbringen: In diesem EU-weiten Projekt hat cultures interactive e.V. herausgearbeitet, dass neue Zugänge und Anspracheorte einbezogen werden müssen, um auch Mädchen* und Frauen* in der Distanzierungsarbeit zu erreichen.

Train-the-Trainer: Weiterbildung zu Fair Skills – jugendkulturelle politische Bildung

Die Fair-Skills-Qualifizierung richtet sich an alle, die schon in Medien-, Jugendkultur- oder Jugendorganisationsarbeit tätig sind oder künftig in diesem Bereich tätig sein wollen. Die Teilnehmenden erfahren, wie sie Medien- und Jugendkulturarbeit zur Reflektion von gesellschaftlichen Phänomenen nutzen und wie sie systematisch Workshops aufbauen, die Inhalt und Praxis miteinander verbinden. Außerdem erlernen sie Handlungskompetenzen für eine menschenrechtsorientierte Jugendarbeit und wie sie Gruppen konstruktiv und mit Spaß anleiten.

Referent*innen aus verschiedenen Jugendkulturen, Medienarbeit oder politischer Bildung vermitteln Methoden und Konzepte für Workshops und Projekte an Schulen, in der Jugendarbeit oder in Feriencamps. Während der Fortbildung erarbeiten die Teilnehmenden zudem eigene Workshops (zum Beispiel in den Bereichen Graffiti, Skateboarding, Foto, DJing oder Rap), in denen sie Menschenrechtsbildung, politische Themen und jugendkulturelle bzw. Medienpraxis miteinander verbinden.

Die in den Trainings zertifizierten Teilnehmer*innen erhalten die Gelegenheit, bei regionalen oder bundesweiten Projekten zu hospitieren und Workshopleitungen im Tandem mit erfahrenen Referent*innen zu übernehmen.

Infos (PDF)

Weiterbildung zur Distanzierungsarbeit

In dieser Fortbildung geht es um das in der Fachstelle für Distanzierungsarbeit von cultures interactive entwickelte Verfahren des intensivpädagogischen Einwirkens auf rechtsaffine und rechtsextrem orientierte junge Menschen – in einem akteur*innenübergreifenden lokalen Kooperationszusammenhang mit der Jugendhilfe und weiteren Hilfesystemen. Die Methodik der Distanz-Trainings im Einzel- und Gruppensetting entspricht einem systemisch-lösungsorientierten Vorgehen, das auch Eltern- und Umfeldberatung einbezieht; ferner menschenrechts­orientierte Jugendarbeit in „kritisch-zugewandter Haltung“, professionelle Vertrauens- und Beziehungsbildung, narrative Biografie-Arbeit, sozialräumlich basierte (Selbst)Reflexion, Anti-Gewalt-Arbeit. Gegebenenfalls kommen Tataufarbeitung, Auseinandersetzung mit Neutralisierungs- und Entschuldungsgesten, intensivpädagogische politische Bildung, sowie Zielentwicklung und das Erarbeiten von „funktionalen Äquivalenten“, das heißt von sinn- und erlebnisstiftenden Alternativen zu menschenfeindlichen und gegebenenfalls rechtsextrem motivierten Lebensweisen, hinzu.


Weiterbildung zu Narrativen Gesprächsgruppen

Die Fortbildung vermittelt das von cultures interactive entwickelte Verfahren der Narrativen Gesprächsgruppen an Schulen, das eine innovative Form der intensivpädagogischen politischen Bildung darstellt. Narrative Gruppenarbeit wird als Faktor des nonformalen Lernens im Bereich Sprache und Demokratie eingesetzt und im Rahmen einer wöchentlichen Schulstunde der Regelunterrichtszeit in Gruppen von zehn bis 14 Schüler*innen von externen Leiter*innen durchgeführt. Die Fortbildung behandelt narratologische Grundlagen, Techniken und Haltungen der themenoffenen Gruppenleitung, der erzählgenerierenden Gesprächsführung, Moderation von Gruppendynamik, variablen Setting-Gestaltung per Gruppenteilung und Time-Out-Raum, des Schnittstellenmanagements mit dem Fachunterricht und den psychosozialen Einzelinterventionen bzw. der Distanzierungs- und Ausstiegsarbeit. Bei Bedarf können auch gruppenübergreifende Konflikt- und Mobbing-Mediation Teil der Fortbildung sein.

Mehr Infos zu den Narrativen Gesprächsgruppen

Digitale Vorlesungsreihe „JUGEND“

Das Aufwachsen junger Menschen wird heute auch von Klima­krise, Kriegen, sozialer Ungleich­heit und der Norma­lisierung autori­tärer Posi­tionen geprägt. Wie erleben Jugend­liche diese gesell­schaftlichen Verän­derungen? Welche Folgen haben sie für ihre politische Teilhabe, Bildung und die Gene­rationen­gerechtig­keit?

In einer digitalen Vorlesungsreihe, die in Kooperation mit dem Wochenschau Verlag und der Katholischen Universität Eichstätt stattfindet, blicken wir im November und Dezember auf die Situation Jugendlicher: An vier Terminen analysieren verschiedene Referent*innen, wie sich die multiplen Krisen auf Jugendliche auswirken, wie Schulen im Umgang mit Demokratie- und Menschen­feindlich­keit unterstützt werden können und was extrem rechte Identifikations­angebote für Jugendliche attraktiv macht. Außerdem geht es um die Frage, wie diejenigen Jugend­lichen gestärkt werden können, die sich für Demokratie und eine viel­fältige Gesellschaft engagieren.


Montag, 2. November 2026, 17:45 Uhr bis 19:30 Uhr

Gesellschaft und Medien

  • Sophie G. Einwächter: ,Was macht das mit Dir?‘ – Jugendliche in Zeiten der Multikrise
  • Johannes Müller-Salo: Die Krise der Demokratie als Krise intergenerationeller Beziehungen

Für die Vorlesung am 2. November anmelden


Montag, 23. November 2026, 17:45 Uhr bis 19:30 Uhr

Soziale Arbeit, Kommune und Schule

  • Eric Mülling, Christine Krüger: Neutralität als Forderung. Extrem rechte Einflussnahmen auf die Kinder- und Jugendhilfe
  • Silke Baer: Schule stärken im Umgang mit Demokratie- und Menschenfeindlichkeit

Für die Vorlesung am 23. November anmelden


Montag, 30. November 2026, 17:45 Uhr bis 19:30 Uhr

Wahlverhalten und Jugendszenen

  • Marius Fröhle, Kira Renée Kurz: Zur Differenzierung des Rechtsrucks unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen
  • Marie Jäger, Oliver Müller, Niklas Vögeding: „Für jeden was dabei?!“ Zur Diversität und Attraktivität extrem rechter Identifikationsangebote für Jugendliche

Für die Vorlesung am 30. November anmelden


Montag, 7. Dezember 2026, 17:45 Uhr bis 19:30 Uhr

Widerstand und Prävention

  • Tina Leber: „Die werden mich nicht aufhalten.“ Perspektiven von jungen Menschen im Engagement gegen Rechts und ihr Erleben von Bedrohungen
  • Stefan Tepper: „Präventionsarbeit mit Aussteiger*innen – eine kritische Betrachtung und Vorschläge für die Praxis

Für die Vorlesung am 7. Dezember anmelden


Die Fortbildungsreihe veranstalten wir zum Erscheinen der gleichnamigen Ausgabe der Zeitschrift Demokratie gegen Menschenfeindlichkeit. Sie können sich sowohl für die gesamte Reihe als auch nur für einzelne Termine anmelden, die immer Montagsabends von 17.45 bis 19.30 Uhr stattfinden.

Für die gesamte Reihe anmelden

Alle Infos zur Vorlesungsreihe

AG Partnerschaften für Demokratie

Fachaustausch Partnerschaften für Demokratie

Die Fachstelle Rechtsextremismusprävention organisiert für den Kooperationsverbund Rechtsextremismusprävention die bundesweite Vernetzung mit den Koordinierungsstellen der mehr als 330 Partnerschaften für Demokratie (PfD). 2025 haben wir mit den Partnerschaften zwei digitalen Treffen pro Jahr und folgende gemeinsame Ziele verabredet:

  • Darstellung aktueller Angebote der sechs Träger im KompRex speziell für Belange der Partnerschaften für Demokratie

  • Aktuelle Herausforderungen in Bezug auf Rechtsextremismusprävention aus Perspektive der einzelnen Regionen sowie in Bezug auf die Schwerpunkte (Familie, Kirche, Migrationsgesellschaft, Schule, Jugendarbeit, Justiz, Wirtschaft, Zivilgesellschaft)

  • Gegenseitige Inspiration durch Best-Practice-Beispiele aus den einzelnen Partnerschaften für Demokratie

Ergänzend sind lokale Fokusgruppen geplant, etwa über Bundeslandsgrenzen hinweg oder zwischen Partnerschaften mit ähnlichen Herausforderungen im Umgang mit rechtsextremen Erscheinungsformen. Die Ergebnisse werden dokumentiert und den Teilnehmenden zur Verfügung gestellt.

AG Jugendarbeit und Rechtsextremismus

Cultures Interactive e.V. organisiert regelmäßig Fachtreffen mit Vertreter*innen von Bundes- und Landesverbänden der Jugend(sozial)arbeit, um einen vertrauensvollen Fachaustausch zu speziellen Problemlagen in Bezug auf menschenverachtende, demokratiefeindliche oder rechtsextreme Phänomene herzustellen. Inhaltlich werden in den Treffen Hintergründe zu (jugendkulturellen) Erscheinungen von Rechtsextremismus besprochen, auch im Kontext von Familie, Gender oder sozialer Herkunft. Dabei werden regionale Herausforderungen spezifisch beleuchtet und Bedarfe ebenso wie Empfehlungen gemeinsam formuliert. Diese finden Eingang in die Arbeit der Verbände der Jugend(sozial)arbeit, werden über deren Kanäle veröffentlicht und dort diskutiert. Zudem können weitere Empfehlungen für Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik in Bezug auf Rechtsextremismus und Jugend(sozial)arbeit vorbereitet werden.

Praxiswerkstatt

Praxiswerkstatt zur Auseinandersetzung mit demokratie- und menschenfeindlichen Haltungen in der Jugend(sozial)arbeit

29. und 30. Juni 2026 im Sozialpädagogischen Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg

Rechtsextreme, diskriminierende und demokratiefeindliche Äußerungen anzutreffen, ist für viele Fachkräfte Teil des beruflichen Alltags geworden. Am 29. und 30. Juni 2026 haben sich deshalb im Rahmen einer Praxiswerkstatt der Fachstelle Rechtsextremismusprävention 15 Fachkräfte aus Jugendsozialarbeit, Schulsozialarbeit und offener Jugendarbeit für zwei Tage zum intensiven Fachaustausch und Üben zusammengefunden.

Die Veranstaltung wurde von Silke Baer mit einem Impulsvortrag zur Normalisierung und Präsenz neuer rechtspopulistischer und rechtsextremistischer Parteien und deren Auswirkungen auf die Jugendsozialarbeit eröffnet. Am zweiten Tag kehrte Oliver Müller die Perspektive um und richtete in „Für jeden was dabei!? Rechte Angebote für junge Menschen“ den Blick darauf, wo und wie die extreme Rechte aktuell Jugendliche erreicht und welche Bedürfnisse sie dabei bedient. In zwei parallelen Strängen arbeiteten Caner Ledesma Méndez und Oliver Müller mit den Teilnehmenden weiter: an pädagogischen Handlungskonzepten und am Erkennen aktueller extrem rechter Codes, an Ansprechverhalten und Erstreaktion, und an der Frage, was eine Einrichtung vorhalten muss, damit Kolleg*innen im Ernstfall nicht allein dastehen.

Viel Raum nahmen daneben die konkreten Fälle und Erfahrungen ein, die die Teilnehmenden selbst mitgebracht hatten: rechtsextrem orientierte Jugendliche im Jugendklub, die organisatorische Vorbereitung auf einen CSD, rechtspopulistische Störungsversuche in einer unterrichtsbegleitenden Maßnahme – also Beispiele für sehr verschiedene Situationen, an denen während der beiden Tage gearbeitet wurde. Zum Abschluss erarbeiteten die Teilnehmenden in der Einheit „Meine nächsten Schritte" konkrete Handlungsansätze für ihre Weiterarbeit vor Ort.

Summer School

Regelmäßig veranstaltet die Fachstelle Rechtsextremismusprävention eine Summer School zur Rechtsextremismusprävention im Feld der Jugend(sozial)arbeit. Mehrere Tage kommen Fachkräfte aus der Sozialen Arbeit, der Rechtsextremismusprävention und der politischen Bildung dazu im Sommer in einer Bildungsstätte zusammen, um sich gemeinsam in Fachvorträgen, Workshops, Diskussionsrunden und Werkstätten weiterzubilden, voneinander zu lernen, auszutauschen und zu vernetzen. Jeder Tag steht unter einem eigenen Thema und beginnt vormittags mit einem Fachvortrag zu dem jeweiligen Tagesschwerpunkt. Anschließend bieten Workshops vertiefende Einblicke in das Tagesthema, bevor am späten Nachmittag das Gehörte und Erlebte in einer Teilnehmendenwerkstatt reflektiert und auf den eigenen Arbeitskontext übertragen werden kann.

2023 nahm die Summer School die veränderten Anforderungen der Rechtsextremismusprävention an die Jugend(sozial)arbeit in den Blick: Wie sieht eine zeitgemäße Prävention mit Blick auf den aktuellen Rechtsextremismus aus? Welchen Auftrag und welche Grenzen hat die Rechtsextremismusprävention und von welchen gelungenen Ansätzen können wir lernen? Das haben die Teilnehmenden fünf Tage lang intensiv in der Nudelfabrik Zeitz diskutiert. Im Jahr 2022 musste die Summer School pandemiebedingt als kürzere Fachtagung in Berlin stattfinden. Unter dem Titel "Nichts als Krise(n)?" setzten sich die Teilnehmenden dort mit den Folgen der zahlreichen gesellschaftlichen Krisen für Jugendliche und Jugendarbeit auseinander.

Dokumentation der Summer School 2023

Dokumentation der Fachtagung 2022

Alle Fragen zu bisherigen und zukünftigen Summer Schools beantworten wir gerne unter summerschool@cultures-interactive.de

Summer School 2019
Intervisionsgruppen

Pädagogische Fachkräfte haben es in ihrer Arbeit häufig mit „Problemfällen“ zu tun, die es zu „lösen“ gilt. Dabei geht es häufig auch um Äußerungen und Verhaltensweisen von Jugendlichen, aber auch von Kolleg*innen, die menschen­verachtend, rassistisch, sexistisch, antisemitisch oder ähnliches sind. Viele Fachkräfte haben bereits einen versierten Umgang mit solchen Situationen entwickelt – manchmal braucht es aber auch eine langfristigere Handlungsstrategie. Doch der stressige Arbeitsalltag ermöglicht es ihnen nur selten, in Ruhe darüber nachzudenken, wie ein professioneller Umgang mit solchen Fällen aussehen kann. Erst recht fällt die Entwicklung einer Handlungsstrategie dann schwer, wenn es keine oder wenige Strukturen für einen kollegialen Austausch gibt. Auch bei klassischen Fortbildungs­angeboten fehlt meist die Zeit, solche „Fälle“ mit der nötigen Ruhe zu besprechen.

Daher bietet cultures interactive e.V. auf Anfrage kostenfrei angeleitete kollegiale Fallberatungen an. Einzelne Fachkräfte und ganze Teams, die sich untereinander oder mit anderen Fachkräften über herausfordernde Situationen im Kontext von Gruppen­bezogener Menschen­feindlichkeit austauschen wollen, unterstützt cultures interactive dabei mit einem angemessenen Rahmen. Ob einmalig oder in regelmäßigen Abständen, ob in Präsenz oder online – wir bemühen uns, den Bedarfen der Beratungsnehmer*innen möglichst gut gerecht zu werden. Die Intervisonsgruppe wird von einer erfahrenen Beratungsfachkraft angeleitet und moderiert. Die zentrale Ressource stellt aber die Expertise der Gruppe selbst dar: Aus ihr heraus wird er Fall empathisch reflektiert, anschließend werden gemeinsam pädagogische Handlungs­strategien entwickelt. Die gemeinsame Reflexion ermöglicht es auch denjenigen, deren Fall nicht vertiefend bearbeitet wird, Anreize und Strategien für die eigene Arbeit mitzunehmen.

Sie haben Bedarf nach kollegialer Fallberatung? Dann melden Sie sich per E-Mail bei uns mit dem Betreff „Kollegiale Fallberatung“. Wir melden uns schnellstmöglich bei Ihnen zurück.

info@cultures-interactive.de

Menschen sitzen im Kreis
Illustration einer Weiterbildung
Jugendliche im Workshop